Flonheimer Trullo: Brücke zwischen Rheinhessen und Apulien | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Die Begegnung der Bürgermeister von Flonheim und Alberobello verbindet Geschichte, Weinbau und Tourismus zwischen zwei Regionen.

Flonheimer Trullo: Brücke zwischen Rheinhessen und Apulien

Manchmal entstehen aus der Geschichte ganz unerwartet neue Verbindungen. Für mich persönlich war das Treffen mit Francesco De Carlo, Bürgermeister der süditalienischen Stadt Alberobello, ein ganz besonderer Höhepunkt meines Aufenthalts in Apulien.

Der Anlass für unsere Begegnung war – wie könnte es anders sein – unser Flonheimer Trullo.

Ich hatte die Gelegenheit, Bürgermeister De Carlo im Rathaus von Alberobello zu besuchen und ihm Flonheim, unseren Weinbau, unsere Landschaft und natürlich die Geschichte unseres Trullos vorzustellen.

Er zeigte sich sehr überrascht und interessiert, dass es rund 1.500 Kilometer von Alberobello entfernt, mitten in den Weinbergen Rheinhessens, einen Trullo gibt, dessen Geschichte möglicherweise sogar unmittelbar nach Apulien führt. Nach der historischen Überlieferung soll der Flonheimer Trullo um 1756 möglicherweise von Arbeitern aus Apulien errichtet worden sein, die ihre traditionelle Bauweise mit nach Rheinhessen gebracht haben.

Aus der Geschichte unseres Trullos entwickelte sich schnell ein sehr offenes und interessantes Gespräch zwischen zwei Bürgermeistern.

Natürlich sind die Dimensionen unterschiedlich: Alberobello empfängt mit seinen weltberühmten Trulli mehr als eine Million Gäste im Jahr – also doch ein paar mehr als Flonheim.

Und trotzdem haben wir erstaunlich viele Gemeinsamkeiten festgestellt.

Wir sprachen darüber, wie Tourismus entwickelt werden kann, ohne die Identität und Lebensqualität eines Ortes aus den Augen zu verlieren. Über den Erhalt historischer Bauwerke und darüber, wie wichtig es ist, die eigene Geschichte für kommende Generationen zu bewahren.

Und natürlich kamen wir sehr schnell auf ein Thema, das Flonheim ganz besonders betrifft: den Weinbau. Auch in Apulien sind die aktuelle Absatzsituation und die Veränderungen auf dem Weinmarkt eine große Herausforderung für die Winzer. Hier waren die Parallelen zwischen Rheinhessen und Apulien größer, als ich erwartet hatte.

Ein Flonheimer Trullo bleibt in Alberobello

Ein besonders schöner Moment war der Abschluss unseres Treffens.

Ich überreichte Francesco De Carlo ein kleines Modell unseres Flonheimer Trullos. Im Gegenzug bekam ich von ihm einen Trullo aus Alberobello überreicht, der natürlich mit nach Flonheim kommt.

Damit steht nun symbolisch ein Stück Flonheim in Alberobello – und ein Stück Alberobello kommt nach Flonheim.

Wir haben vereinbart, miteinander in Kontakt zu bleiben und den begonnenen Austausch fortzusetzen.

Für mich persönlich war diese Begegnung etwas ganz Besonderes. Wenn man anschließend durch die Gassen Alberobellos läuft, zwischen den unzähligen Trulli steht und während des Aufenthalts sogar selbst in einem Trullo übernachtet, bekommt die Geschichte unseres kleinen Bauwerks auf dem Adelberg noch einmal eine ganz andere Bedeutung.

Vielleicht ist aus einer Verbindung, die vor fast 270 Jahren begonnen haben könnte, an diesem Wochenende eine neue entstanden.